Niemals Geld zahlen, bevor Sie die Wohnung gesehen haben.
Betrüger bieten im Internet günstige Wohnungen und Häuser an, die es
gar nicht gibt. Sie verlangen Geld im Voraus – für
Schlüssel, Kaution oder eine angebliche Reservierung. Auf dieser Seite
erklären wir Ihnen in einfacher Sprache, mit welchen
Tricks das passiert und wie Sie sich sicher schützen.
Ein seriöser Vermieter verlangt kein Geld vor der
Besichtigung. Wer Vorkasse fordert, bevor Sie die Wohnung
persönlich betreten und den Mietvertrag unterschrieben haben, will
Sie mit großer Wahrscheinlichkeit betrügen.
Die häufigsten Maschen beim Wohnungsbetrug
So bringen Betrüger Menschen dazu, vor einer Besichtigung Geld zu
überweisen. Lesen Sie in Ruhe – je mehr Sie kennen, desto sicherer
sind Sie.
1
Der „Schlüssel kommt mit der Post“-Trick
Der angebliche Vermieter behauptet, er sei im Ausland. Eine
Besichtigung sei deshalb nicht möglich. Sie sollen erst die Kaution
überweisen, dann werde Ihnen der Schlüssel per Post geschickt.
Wahrheit: Es kommt nie ein Schlüssel. Das Geld ist weg.
2
Die gefälschte Reservierungs-Gebühr
Die Wohnung sei sehr begehrt. Damit Sie „ganz vorne in der Liste“
stehen, sollen Sie schnell eine Reservierungs- oder
Bearbeitungsgebühr zahlen – oft über anonyme Dienste.
Wahrheit: Eine Reservierung gegen Vorkasse ist unseriös.
Seriöse Anbieter machen das nicht.
3
Der falsche Makler oder Treuhänder
Sie sollen das Geld an einen „sicheren Treuhand-Dienst“ zahlen.
Genannt werden bekannte Namen wie große Vermittlungs-Plattformen –
die Seite oder E-Mail ist aber gefälscht.
Wahrheit: Echte Plattformen wickeln keine Mietkaution
per privater Überweisung ab.
4
Die Bargeld-Transfer-Falle
Sie sollen das Geld per Western Union, MoneyGram, Bargeld-Code oder
Gutscheinkarten senden – „nur zum Nachweis, dass Sie genug Geld
haben“. Sie bekämen es angeblich sofort zurück.
Wahrheit: Solche Zahlungen sind nicht rückholbar und
ein sicheres Betrugszeichen.
5
Kopierte echte Anzeigen
Betrüger stehlen Fotos und Texte von echten Inseraten und stellen
sie viel günstiger neu ein. Die Wohnung wirkt dadurch echt und
besonders attraktiv.
Wahrheit: Ein auffällig günstiger Preis ist oft ein Köder.
6
Zeitdruck und Gefühls-Geschichten
„Ich habe schon viele Anfragen“, „meine Mutter ist krank“,
„entscheiden Sie sich heute noch“. Mit Druck und Mitleid sollen Sie
schnell und ohne Nachdenken zahlen.
Wahrheit: Druck ist eine Methode. Seriöse Vermieter
geben Ihnen Zeit.
Warnsignale: Daran erkennen Sie einen Mietbetrug
Wenn auch nur einer dieser Punkte zutrifft, seien
Sie vorsichtig. Treffen mehrere zu, ist es fast sicher Betrug.
Sie sollen Geld zahlen, bevor Sie die Wohnung gesehen haben.
Der Vermieter ist angeblich im Ausland und nie erreichbar.
Eine Besichtigung ist „nicht möglich“ oder wird ständig verschoben.
Der Preis ist auffällig günstig für Lage und Größe.
Es wird Zeitdruck aufgebaut: „Schnell entscheiden!“
Zahlung per Bargeld-Transfer, Code oder Gutscheinkarte.
Die E-Mails sind in holprigem Deutsch oder wirken automatisch übersetzt.
Sie sollen vorab Ausweiskopien oder persönliche Daten schicken.
Der Kontakt findet nur über E-Mail oder Chat statt, nie persönlich.
Schutz vor Immobilienbetrug – Schritt für Schritt
Diese einfachen Regeln schützen Sie zuverlässig. Drucken Sie die
Liste gern aus und legen Sie sie neben den Computer.
Erst sehen, dann zahlen
Zahlen Sie niemals Geld, bevor Sie die Wohnung
persönlich besichtigt und einen Mietvertrag unterschrieben haben.
Bei Zweifel: jemanden fragen
Sprechen Sie mit Familie, Nachbarn oder Freunden, bevor Sie etwas
überweisen. Ein zweiter Blick erkennt Betrug oft sofort.
Keine anonymen Zahlungen
Nutzen Sie nie Western Union, MoneyGram,
Bargeld-Codes oder Gutscheinkarten, um an einen Vermieter zu zahlen.
Anzeige überprüfen
Suchen Sie den Text der Anzeige im Internet. Taucht er mehrfach mit
anderen Preisen auf, ist er gestohlen.
Auf Druck nicht eingehen
Lassen Sie sich nicht hetzen. Wer Sie unter Druck setzt, hat etwas
zu verbergen. Eine echte Wohnung läuft Ihnen nicht weg.
Daten schützen
Schicken Sie vor einem persönlichen Termin keine Ausweiskopien,
Kontodaten oder Gehaltsnachweise.
Sie sind betroffen? Das können Sie tun
Schämen Sie sich nicht – Betrüger sind Profis. Wichtig ist, dass Sie
jetzt richtig handeln.
1. Sofort die Bank anrufen
Haben Sie gerade überwiesen? Rufen Sie sofort Ihre Bank an und
fragen Sie, ob die Überweisung noch gestoppt werden kann.
2. Anzeige bei der Polizei
Erstatten Sie Anzeige – persönlich auf jeder Polizeidienststelle
oder über die Online-Wache Ihres Bundeslandes.
3. Beweise sichern
Bewahren Sie alle E-Mails, Chat-Nachrichten, die Anzeige und den
Überweisungsbeleg auf. Machen Sie Bildschirmfotos.
4. Beratung holen
Die Verbraucherzentrale berät Sie kostengünstig und
hilft bei den nächsten Schritten.
Im Notfall / bei laufendem Betrug: Polizei-Notruf
110. Bürgertelefon der Polizei und Beratung der
Verbraucherzentrale finden Sie online für Ihr Bundesland.
Häufige Fragen zum Immobilienbetrug
Die wichtigsten Fragen rund um Wohnungsbetrug, Vorkasse und Mietkaution
– kurz und verständlich beantwortet.
Muss ich bei einer Wohnung Geld vor der Besichtigung zahlen?
Nein. Ein seriöser Vermieter verlangt kein Geld vor der
Besichtigung. Wer Vorkasse für Schlüssel, Kaution oder eine
Reservierung fordert, bevor Sie die Wohnung persönlich gesehen und den
Mietvertrag unterschrieben haben, will Sie höchstwahrscheinlich betrügen.
Was ist der „Schlüssel kommt mit der Post“-Trick?
Der angebliche Vermieter behauptet, er sei im Ausland und eine
Besichtigung sei nicht möglich. Sie sollen erst die Kaution überweisen,
dann werde der Schlüssel per Post geschickt. In Wahrheit kommt nie ein
Schlüssel – das Geld ist verloren.
Sind Reservierungsgebühren für eine Mietwohnung seriös?
Nein. Eine Reservierung gegen Vorkasse ist unseriös. Seriöse Vermieter
und Plattformen verlangen keine Reservierungs- oder
Bearbeitungsgebühr per privater Überweisung.
Woran erkenne ich einen Wohnungsbetrug?
Typische Warnsignale sind: Zahlung vor der Besichtigung, ein Vermieter
angeblich im Ausland, keine mögliche Besichtigung, ein auffällig
günstiger Preis, Zeitdruck, Zahlung per Bargeld-Transfer oder
Gutscheinkarte sowie holpriges Deutsch in den Nachrichten.
Was kann ich tun, wenn ich bereits Geld überwiesen habe?
Rufen Sie sofort Ihre Bank an und fragen Sie, ob die
Überweisung gestoppt werden kann. Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei,
sichern Sie alle Beweise (E-Mails, Belege, Screenshots) und holen Sie
sich Beratung bei der Verbraucherzentrale.
Ratgeber: Immobilienbetrug und Wohnungsbetrug sicher vermeiden
Immobilienbetrug gehört zu den häufigsten Betrugsformen
im Internet. Besonders auf dem angespannten Wohnungsmarkt nutzen Betrüger
die Not von Wohnungssuchenden aus: Sie schalten gefälschte
Wohnungsanzeigen mit attraktiven Fotos und sehr günstigen
Preisen, um möglichst viele Menschen zu einer schnellen Zahlung zu bewegen.
Das Ziel ist immer dasselbe – eine Vorkasse ohne Besichtigung,
also Geld für eine Wohnung, die es entweder gar nicht gibt oder die dem
angeblichen Vermieter überhaupt nicht gehört. Einen Überblick über die
häufigsten Maschen beim Wohnungsbetrug finden Sie
weiter oben auf dieser Seite.
Warum der Vorkasse-Betrug bei der Mietkaution so oft funktioniert
Beim klassischen Kautionsbetrug bauen die Täter Vertrauen
und Zeitdruck gleichzeitig auf. Sie wirken freundlich, antworten schnell und
erzählen glaubwürdige Geschichten – etwa einen Job im Ausland oder einen
kranken Angehörigen. Gleichzeitig betonen sie, es gebe viele Interessenten,
man müsse sich schnell entscheiden. Wer unter diesem Druck die
Mietkaution überweist, bevor er die Wohnung gesehen hat,
verliert sein Geld in den meisten Fällen unwiederbringlich. Prüfen Sie
jedes Angebot deshalb zuerst anhand unserer
Warnsignale für Mietbetrug.
Die wichtigste Regel gegen Mietbetrug
Merken Sie sich einen einzigen Satz: Erst die Wohnung sehen, dann
den Vertrag unterschreiben, dann zahlen. Wer diese Reihenfolge
einhält, ist gegen die allermeisten Maschen geschützt. Lassen Sie sich nicht
auf anonyme Zahlungsdienste wie Western Union, MoneyGram, Bargeld-Codes oder
Gutscheinkarten ein – seriöse Vermieter nutzen so etwas nie. Im Zweifel hilft
ein kurzes Gespräch mit Familie, Freunden oder der Verbraucherzentrale, einen
Betrug rechtzeitig zu erkennen. Alle Regeln im Detail finden
Sie in unserer Anleitung
Schutz vor Immobilienbetrug; wer bereits gezahlt hat,
findet unter Hilfe für Betroffene die nächsten Schritte.